Vorbemerkung

Auf meiner Seite "Mein Jyotish" hatte ich beschrieben, dass meine erste Begegnung mit der Brihat Parashara Hora Shastra (BPHS) von Maharishi Parashara etwas entmutigend für mich war: So viele unterschiedliche Blickwinkel auf ein Jyotish-Chart, so viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind.

Auch heute bin ich noch der Auffassung, dass es für einen Jyotish-Einsteiger nicht sehr sinnvoll ist, als erstes dieses Buch zu lesen. Wenn man sich bereits eingehender mit Jyotish beschäftigt hat, kann die Brihat Parashara Hora Shastra allerdings irgendwann für einen zum Rettungsanker, zum Fels in der Brandung werden, zu einer Quelle der Klarheit, Verlässlichkeit, Tiefe und Inspiration.

Da es noch keine deutsche Übersetzung der BPHS gibt, habe ich einfach mal damit angefangen, die ersten 10 Kapitel zu übersetzen. Auf meiner Seite über die "Phasen" sind übrigens auch bereits größere Textabschnitte aus späteren Kapiteln der BPHS zu finden.

Die BPHS hat 97 Kapitel. Dies ist die Version der ersten 10 Kapitel der Brihat Parashara Hora Shastra, die ich mit Anmerkungen, Fragen, Erläuterungen und Tabellen versehen habe. Ein Kommentar ist dies nicht, denn für den bin ich nicht qualifiziert. Meine Anmerkungen sind an der kursiven Schrift zu erkennen. Die Überschriften zu den Versen (nicht die zu den Kapiteln) und die Tabellen sind alle von mir hinzugefügt, wobei letztere aber nicht in kursiver Schrift sind.

DIE BRIHAT PARASHARA HORA SHASTRA VON MAHARISHI PARASHARA

Kapitel 1 bis 10

Ich werfe mich ehrerbietig nieder zu den Füßen von Lord Vighneshvara, des Sohnes der Uma, der Ursache für die Vernichtung allen Kummers, dem die Bhuta Ganas dienen, der einen Elefantenkopf hat und sich an der Essenz der Kapitha- und Jambu-Früchte erfreut.

Lord Vigneshvara ist Shri Ganapati, Ganesha Deva, der Beseitiger der Hindernisse und Sohn von Shiva und Parvati (Uma). Er ist die Schutzgottheit von Jyotish.

Kapitel 1: Die Schöpfung

Die drei Unterteilungen von Jyotish

Nachdem Maitreya den allwissenden Weisen Parashara ehrerbietig begrüßt hatte, sagte er mit respektvoll zusammengelegten Händen zu ihm:

Oh Verehrungswürdiger, die Astrologie, das edelste aller Glieder des Veda, besitzt drei Unterteilungen: Hora, Ganita und Samhita. Von diesen ist Hora, der Interpretationsteil der Astrologie, am allerhöchsten einzuschätzen und ich wünsche mir sehr, darüber in all den herrlichen Aspekten von dir unterwiesen zu werden.

Ganita bildet den Berechnungs-Teil von Jyotish und Samhita beschäftigt sich mit Omen und mit Mundan-Astrologie.

Bitte sei so freundlich und sage mir: Wie wurde das Universum erschaffen? Wie endet es? Was ist die Beziehung zwischen den Wesen, die hier auf der Erde geboren werden, zu den Himmelskörpern? Bitte erkäre mir das in aller Ausführlichkeit.

Parashara antwortete:

Oh Brahmane, deine Frage erfüllt einen segensreichen Zweck, der dem Wohlergehen des Universums dienlich ist.

Nachdem ich Brahma und dessen Shakti Shri Sarasvati und den Sonnengott - den Anführer der Planeten und Ursprung der Schöpfung - angemessen verehrt habe, werde ich dir nun die Wissenschaft der Astrologie vortragen, wie ich selbst sie von Lord Brahma vernahm.

Der Ursprung von Jyotish liegt nicht in Schlussfolgerungen, die Menschen aus der Beobachtung der Planeten für das Leben der Menschen auf der Erde gezogen haben, sondern das universale Bewusstsein der kosmischen Persönlichkeit des Schöpfers des Universums, Lord Brahma, ist die Quelle dieses Wissens. Lord Brahma ist der Urgroßvater von Parashara, was Parashara einen sehr direkten und idealen Zugang zum Jyotish-Wissen ermöglicht. Parasharas Verehrung von Ganesha, Brahma, dessen Ehefrau Sarasvati, der Göttin der Gelehrsamkeit und Surya, des Herrschers der Grahas, schafft beste Voraussetzungen für die Belehrung seines Schülers Maitreya über Jyotish.

Die Vertraulichkeit des Jyotish-Wissens

Es hat nur Gutes zur Folge, wenn man diese Wissenschaft Studenten lehrt, die einen friedfertigen Charakter haben, ihre Lehrer ehren, stets nur die Wahrheit sprechen und gottesfürchtig sind. Hingegen wird es stets großes Elend zur Folge haben, wenn man das Wissen dieser Wissenschaft mit einem unwilligen Studenten, einem, der nicht vedatreu ist oder einem Menschen von perfider Intelligenz teilt.

Da Parashara gewiss selbst dem hier dargelegten Prinzip folgt, kann man mehrere Schlussfolgerungen ziehen. Eine ist, dass der vorliegende Text ursprünglich nicht als Buch geplant war, sondern auswendig gelernt und persönlich weitergegeben wurde, denn bei einem Buch hat man keinen Einfluss darauf, ob der Leser qualifiziert ist, dieses Wissen zu erhalten oder nicht. Eine andere wäre, dass im vorliegenden Buch die tiefsten Geheimnisse von Jyotish nicht preisgegeben werden. Als dritte Möglichkeit sehe ich, dass das Buch durchaus vollständiges Wissen über Jyotish beinhaltet, dies aber auf eine Weise präsentiert, dass nur der qualifizierte Leser es richtig verstehen kann. Im vedischen System der Wissensvermittlung sind viele Bücher keine Lehrwerke, sondern Erinnerungshilfen für diejenigen, die das Wissen bereits in direkter mündlicher Unterweisung erhalten hatten.

Shri Vishnu als Herr über das Universum

Shri Vishnu, welcher der Herr über alles ist, dessen Geist makellos ist, der über die drei Gunas verfügt, obwohl er jenseits des Einflusses der Gunas ist (gunatita), der dieses Universum hervorbringt, der all-herrlich und die eine Ursache von allem ist und unermesslichen Heldenmut besitzt, hat keinen Anfang.

Er erschuf das Universum und verwaltet es mit einem Viertel seiner Macht. Seine anderen drei Viertel sind vom Nektar der Unsterblichkeit erfüllt und können nur von den Weisen erkannt werden.

Der höchste Entwickler, der zugleich wahrnehmbar und nicht-wahrnehmbar ist, ist Vasudeva. Der nicht-wahrnehmbare Aspekt des Herrn besitzt zwei Kräfte, während sein wahrnehmbarer Aspekt drei Kräfte besitzt.

Die drei großen Kräfte sind Shri Shakti (Lakshmi Devi) mit Sattvoguna verbunden, Bhu Shakti (Mutter Erde) mit Rajoguna verbunden und Nila Shakti (die Shakti von Shiva) mit Tamoguna verbunden. Außer diesen dreien nimmt Vishnu unter dem Einfluss von Shri Shakti und Bhu Shakti die Gestalt von Sankarshana verbunden mit Tamoguna an, die von Pradyumna mit Rajoguna verbunden und die von Anirudha mit Sattvoguna verbunden.

Mahattattwa, Ahamkara und Ahamkara Murthi, Brahma, sind jeweils aus Sankarshana, Pradyumna und Anirudha hervorgegangen. All diese drei Formen sind mit allen drei Gunas ausgestattet, wobei das jeweils vorherrschende Guna das ihres Ursprungs ist.

Es gibt drei Arten von Ahamkara (Ego), die jeweils von Sattva, Rajas und Tamas geprägt sind. Das göttliche Bewusstsein, die Sinnesorgane und die fünf Urkomponenten der Materie (Raum, Luft, Feuer usw.) gehen jeweils aus den genannten drei Arten von Ahamkara hervor.

Die hier verwendeten Begriffe zeigen, dass sowohl die Sankhya-Philosophie als auch das Konzept der drei Gunas in die Brihat Parashara Hora Shastra integriert sind.

In Verbindung mit Shri Shakti herrscht Lord Vishnu über die drei Welten; in Verbindung mit Bhu Shakti ist er Brahma, der das Universum hervorbringt und in Verbindung mit Nila Shakti ist er Shiva, der das Universum zerstört.

Der Herr ist in allen Wesen und das gesamte Universum ist in ihm.

Unterscheidung zwischen göttlichen und sterblichen Wesen

In allen Wesen sind die Aspekte (amsha) von Jivatma (das individuelle Selbst) und Paramatma (das höchste, göttliche Selbst) vorhanden. In manchen herrscht das erstere und in manchen herrscht das letztere vor.

Paramatmamsha herrscht in den Grahas (den Planeten) wie der Sonne usw. und in Brahma, Shiva und anderen vor. Auch in ihren Kräften (shakti) oder Gemahlinnen herrscht Paramatmamsha vor. Andere Wesen sind mehr von Jivatmamsha geprägt.

Kapitel 2: Große Inkarnationen

Maitreya sagte:

Oh Weiser, sind die Inkarnationen von Vishnu als Shri Rama, Shri Krishna usw. mit Jivamsha versehen?

Parashara antwortete:

Oh Brahmane, die vier Inkarnationen als Rama, Krishna, Narasimha und Varaha sind ganz und gar Paramatmamsha. Bei den anderen (der insgesamt zehn) Inkarnationen ist auch Jivamsha mit im Spiel.

Die Grahas als Teilinkarnationen von Vishnu

Der ungeborene Herr hat viele Inkarnationen. Er hat sich als die neun Planeten (navagraha) verkörpert, um den Lebewesen die Ergebnisse ihrer Karmas (Handlungen) zuzuteilen.

Er ist Janardana. Er nahm die segensreichen Gestalten der Grahas an, um die Asuras zu vernichten und die Devas zu fördern.

Die zehn Haupt-Inkarnationen von Shri Vishnu und die Grahas

Vom Sonnengott stammt die Inkarnation als Rama, vom Mond die als Krishna, vom Mars die als Narasimha (Löwenmann), von Merkur die als Buddha, von Jupiter die als Vamana (Zwerg), von Venus die als Parashurama (Rama mit dem Beil), von Saturn die als Kurma (Schildkröte), von Rahu die als Varaha (Eber) und von Ketu die Inkarnation als Mina (Fisch). Auch die weiteren Inkarnationen sind durch die Grahas hervorgegangen.

Kalki, die kommende Inkarnation von Shri Vishnu am Ende des Kali-Yuga, wird hier nicht erwähnt; sie wird als Verkörperung aller neun Grahas angesehen.

Die Erwähnung von Buddha hier und in anderen vedischen Texten nehmen westliche Leser oft zum Anlass, um das hohe Alter des jeweiligen Textes anzuzweifeln. Wie auch bei den anderen Inkarnationen gab es aber aus vedischer Sicht schon unzählige Inkarnationen von Vishnu als Buddha in ebenso unzähligen vorangegangenen Schöpfungsperioden und die erleuchteten Meister sind ohne weiteres fähig, unvorstellbar große Zeiträume zu überschauen.

Die Wesen mit überwiegendem Paramatmamsha Anteil werden göttliche Wesen genannt.

Die Wesen mit überwiegendem Jivatmamsha sind sterbliche Wesen. Die in den Planeten oder Grahas wie Sonne usw. vorhandenen Paramatmamsha Anteile inkarnierten sich als Rama, Krishna usw. Nachdem die Paramatmamshas der jeweiligen Grahas ihren Auftrag vollendet haben, verschmelzen sie wieder mit den jeweiligen Grahas.

Die Jivatma Anteile der Grahas nehmen als menschliche Wesen Geburt an, leben ihren Karmas entsprechend ihre Leben und verschmelzen dann wiederum mit den Grahas. Zur Zeit der großen Auflösung des Universums (mahapralaya) verschmelzen die Grahas ihrerseits mit Lord Vishnu.

Jemand der all diese kennt, erlangt das Wissen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ohne Kenntnis der Astrologie kann dieses Wissen nicht erlangt werden. Deshalb sollte jeder das Wissen der Astrologie besitzen, insbesondere die Brahmanen.

Jemand, der kein astrologisches Wissen besitzt und diese Wissenschaft schmäht, wird in die Hölle namens Raurava hinabstürzen und dann blind wiedergeboren werden.

Jyotish wird auch als Auge des Veda bezeichnet.

Kapitel 3: Charakter und Beschreibung der Planeten

Maitreya sagte:

Oh Weiser, du hast aus großem Mitgefühl heraus die planetaren Inkarnationen beschrieben. Nun sei bitte so freundlich und beschreibe im einzelnen die Charaktere und Eigenarten der Planeten.

Parashara antwortete:

Wichtige Komponenten von Jyotish: Grahas, Nakshatras, Rashis und Bhavas (Lagna)

Oh Brahmane, vernimm nun den Bericht über die Stellung der Himmelskörper.

Von den vielen leuchtenden Körpern, die man am Himmel erblickt, sind manche Sterne und manche Planeten (graha). Diejenigen, die keine Bewegung aufweisen, werden Nakshatras oder Sternkonstellationen genannt.

Planeten oder Grahas werden diejenigen Himmelskörper genannt, die sich im Tierkreis durch die Nakshatras bewegen.

Der genannte Tierkreis umfasst die 27 Konstellationen (Nakshatras oder Mondhäuser), die mit Ashvini beginnen.

Dasselbe Gebiet wird in 12 Teile unterteilt, die den 12 Rashis oder Tierkreiszeichen entsprechen, die mit Widder beginnen.

Die Aufzählung der Namen der Planeten beginnt mit der Sonne.

Das aufsteigende Tierkreiszeichen ist als Lagna oder Aszendent bekannt.

Auf der Grundlage des Aszendenten und des gegenseitigen Zusammenkommens und Auseinandergehens der Planeten werden die guten und schlechten Auswirkungen auf das Leben des Geborenen geschlussfolgert.

Ein vollständiges Verständnis von (astronomischen) Details über die Sterne usw. kann man aus der entsprechenden Literatur gewinnen, während ich dir hier über die Auswirkungen der Planeten und Tierkreiszeichen (auf das menschliche Leben) berichten will.

Die Positionen der Planeten zu einem bestimmten Zeitpunkt erlangt man vermittels der Drikganita (der Berechnungsteil der Planetenstände in der Astrologie) und vermittels der Aufstiegszeiten der Rashis an den jeweiligen Orten sollte man den Aszendenten kennen.

Näheres zu den Häusern, die vom Aszendenten aus aufgebaut werden, sagt Parashara in Kapitel 11 der BPHS.

Eigenschaften der Planeten

Nun teile ich dir die Zugehörigkeit der Planeten zu einem gesellschaftlichen Stand (varna, oft als Kaste übersetzt) und beschreibe dir Charakter und Eigenart der Planeten.

Die Namen der Planeten sind wie folgt: Surya (Sonne), Chandra (Mond), Mangala (Mars), Budha (Merkur), Guru (Jupiter), Shukra (Venus), Shani (Saturn), Rahu (aufsteigender Mondkoten, Drachenkopf) und Ketu (absteigender Mondknoten, Drachenschwanz).

Unter diesen sind Sonne, Saturn, Mars, der abnehmende Mond, Rahu und Ketu Übeltäter, während die übrigen Wohltäter sind. Merkur ist jedoch ein Übeltäter, wenn er mit einem Übeltäter zusammen (in einem Tierkreiszeichen) steht.

Die Sonne ist die Seele (Persönlichkeitskern, Ahamkara, Ego) von allen. Der Mond ist der Geist (Manas). Mars ist die Stärke eines Menschen. Merkur verleiht Sprache, während Jupiter Wissen und Glücklichsein gibt. Die Venus herrscht über den Samen, während der Saturn für Kummer steht.

Die Sonne und der Mond haben königlichen Status, während der Mars der Anführer der Armee ist. Der Kronprinz ist Merkur. Jupiter und Venus sind Minister. Saturn ist ein Diener. Rahu und Ketu bilden die planetare Armee.

Die Sonne ist blutrot. Der Mond ist gelb-rot. Mars ist nicht sehr groß und blutrot, während die Farbe von Merkur der von grünem Gras gleicht. Gelb-rot, bunt und dunkel sind in der aufgeführten Reihenfolge die jeweiligen Farben von Jupiter, Venus und Saturn.

Die Gottheiten (adhidevata), die den sieben Planeten der Reihenfolge nach vorstehen, sind der Feuergott Agni, der Wassergott Varuna, Shivas Sohn Subrahmanya, Mahavishnu, Indra, Indras Gemahlin Shachi Devi und Brahma.

Merkur und Saturn sind geschlechtslos. Der Mond und Venus sind weiblich, während Sonne, Mars und Jupiter männlich sind.

Die fünf Elemente (pancha bhuta) Feuer, Erde, Raum, Wasser und Luft werden jeweils von Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn beherrscht.

Jupiter und Venus sind Brahmanen (Priester). Die Sonne ist ein königlicher Planet (Kshattriya, Krieger), während Mond und Merkur Händler (Vaishyas) sind. Saturn herrscht über die Arbeiter (Shudras).

Sattvische Planeten sind die Himmelslichter (Sonne und Mond) und Jupiter. Venus und Merkur sind rajasisch, während Mars und Saturn tamasische Planeten sind.

Die Augen von Surya sind honigfarben. Er hat einen quadratischen Körper. Er zeigt ein reines Verhalten, pitta-artig (hitziges Dosha), intelligent und hat nicht viele Haare.

Chandra ist sehr beweglich (Vata Dosha) und beharrend (Kapha Dosha). Sie ist gebildet und hat einen runden Körper. Ihr Anblick ist glückverheißend. Sie hat eine süße Sprache, einen unbeständigen Geist und ist sehr lüstern.

Mangala hat blutrote Augen, einen ruhelosen Geist, ist großzügig, hitzig, zornmütig und hat eine schlanke Taille und einen schlanken Körper.

Budha hat eine attraktive Erscheinung und besitzt die Fähigkeit, Worte mit vielerlei Bedeutung zu benutzen. Er liebt Scherz und Witz und weist eine Mischung aller drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) auf.

Guru hat einen großen Körper, hellbraun-blonde Haare und helle Augen, ist phlegmatisch (Kapha-Dosha), intelligent und in allen vedischen Wissenschaften bewandert.

Shukra ist liebreizend, hat einen strahlenden Körper, ein außgezeichnetes und großartiges Naturell, bezaubernde Augen, ist eine Dichterin, phlegmatisch und luftig (Kapha und Vata) und hat lockiges Haar.

Shani hat einen ausgemergelten und langen Körper, lohfarbene Augen, eine luftige Konstitution (Vata), hat große Zähne, ist träge und lahm und krauses Haar.

Rahu hat eine rauchige Erscheinungsform und dunkelblaue/lilane Farbe. Er lebt in Wäldern und ist schreckenerregend. Er hat eine Vata Konstitution und ist intelligent. Ketu gleicht Rahu.

Bemerkenswert ist, dass Parashara die Grahas von Anfang an als Personen beschreibt und nicht als leblose Himmelskörper.

In der Reihenfolge mit Sonne beginnend werden von den sieben Planeten die folgenden Körperbestandteile angezeigt: Knochen, Blut, Mark, Haut, Fett, Samen und Muskeln.

In der Reihenfolge mit Sonne beginnend sind die Wohnstätten der sieben Planeten jeweils Tempel, Wasserstellen, Feuerstellen, Vergnügungsorte, Schatzkammern, Schlafzimmer und schmutzige Orte.

Den sieben Planeten von Sonne bis Saturn entsprechen folgende Zeitabschnitte: Ayana (ein halbes Jahr), Muhurta (48 Minuten), ein Tag (d.h. ein Tag und eine Nacht, also 24 Stunden), Ritu (2 Monate), Monat, Halbmonat (14 Tage) und Jahr.

In der Reihenfolge mit Sonne beginnend sind die Geschmacksarten der sieben Planeten: scharf, salzig, bitter, gemischt, süß, sauer und zusammenziehend.

Merkur und Jupiter sind stark im Osten. Sonne und Mars sind stark im Süden, während Saturn der einzige Planet ist, der stark im Westen steht. Mond und Venus besitzen Stärke im Norden.

Während der Nacht sind Mond, Mars und Saturn stark, während Merkur tagsüber und des nachts stark ist. Die übrigen Planeten (Sonne, Jupiter und Venus) sind nur tagsüber stark.

Übeltäter Planeten sind in der dunklen Monatshälfte (d.h. bei abnehmendem Mond) stark, Wohltäterplaneten in der hellen Monatshälfte.

Übeltäter sind stark während Dakshinayana (Weg der Sonne von 0° Krebs bis 0° Steinbock, Wohltäter in Uttarayana.

Zunehmend stärker in aufsteigender Reihenfolge sind die Herren des planetaren Jahres, des Monats, des Tages und der Stunde (hora).

Ein Planet ist in aufsteigender Reihenfolge jeweils stärker (als der vorherige): Saturn, Mars, Merkur, JupiterVenus, Mond und Sonne.

Surya herscht über starke Bäume, Saturn über nutzlose Bäume, der Mond über milchige Bäume (z.B. Gummibaum), der Mars über bittere (z.B. Zitronenbaum), Venus über blütentragende, Jupiter über fruchttragende und Merkur über fruchtlose Bäume.

Rahu zeigt die Ausgestoßenen aus der Gesellschaft (Chandala) an, während Ketu über vermischte gesellschaftliche Stände herrscht.

Saturn und die Mondknoten zeigen Ameisenhügel an.

Rahu zeigt vielfarbige Kleidung an und Ketu Lumpenkleider.

Blei und blaue Edelsteine gehören jeweils zu Rahu und Ketu.

Jupiter, Venus, Sonne, Mond, Merkur, Mars und Saturn zeigen in ihrer Reihenfolge saffrangelbe, seidene, rotseidene, weißseidene, schwarzseidene, rote und vielfarbige Kleidung (Flickenkleider) an.

Mein englischer Text war in Bezug auf die Kleidung etwas durcheinander. Eine andere Übersetzung, die ich hier übernommen habe, war da klarer.

Die sechs Ritus (Jahreszeiten) Vasanta (Frühling), Grishma (Sommer), Varsha (Regenzeit), Sharad (Herbst), Hemanta (Winter) und Shishira (kühle Jahreszeit stehen jeweils unter der Herrschaft von Venus, Mars, Mond, Merkur, Jupiter und Saturn [Die Sonne ist die Ursache aller Jahreszeiten].

Rahu und Ketu zeigen jeweils acht Monate und drei Monate an.

Metallische- oder Dhatu-Planeten sind Rahu, Mars, Saturn und Mond. Sonne und Venus sind Mula (Wurzeln, Pflanzen) zugeordnet. Merkur, Jupiter und Ketu herrschen über Jivas (Lebewesen).

Von allen Planeten ist Saturn der mit dem höchsten Alter. Er gibt die höchste Anzahl von Jahren in der Naisargika Dasha.

Die Naisargika Dasha (natürliche Dasha) teilt das Leben eines jeden Menschen seinem Alter entsprechend in Phasen ein. Der von Parashara erwähnte Shani herrscht 50 Jahre lang ab dem 71. Lebensjahr (also ab dem 70. Geburtstag). Hier eine Tabelle dazu:

Erhöhung, Mulatrikona, eigene Zeichen und Fall der Planeten

Für die sieben Planeten sind die Zeichen ihrer Erhöhung, in der Reihenfolge mit Sonne beginnend Widder, Stier, Steinbock, Jungfrau, Krebs, Fische und Waage. Die Grade der höchsten Erhöhung sind jeweils die Grade 10, 3, 28, 15, 5, 27 und 20 in diesen Zeichen der Erhöhung. Im siebten Zeichen vom genannten Zeichen der Erhöhung aus steht jeder Planet im Fall und entsprechend im Grad des tiefsten Falls.

In Löwe sind die ersten 20 Grade das Mulatrikona der Sonne, in den übrigen Graden ist es das eigene Zeichen.

Nach den ersten drei Graden der Erhöhung in Stier sind die übrigen Grade das Mulatatrikona des Mondes.

Mars hat die ersten 12 Grade in Widder als Mulatrikona, der Rest stellt sein eigenes Zeichen dar.

Für den Merkur sind die ersten 15 Grade in Jungfrau der Bereich seiner Erhöhung, die nächsten 5 Grade Mulatrikona und die letzten 10 Grade sein eigenes Zeichen.

Das erste Drittel von Schütze ist Jupiters Mulatrikona, der übrige Teil sein eigenes Zeichen.

Venus teilt Waage in zwei Hälften, wobei die erste Hälfte ihr Mulatrikona und die zweite Hälfte ihr eigenes Zeichen bildet.

Saturns Aufteilung in Wassermann entspricht der Stellung der Sonne in Löwe (bis 20 Grad Mulatrikona, dann eigenes Zeichen).

Die Zuordnungen für Rahu und Ketu, die in der Tabelle zu sehen sind, hat Parashara erst in Kapitel 47 nachgereicht. Dort sagt Parashara selbst, dass die eigenen Zeichen von Rahu und Ketus jeweils Wassermann und Skorpion sind und fügt dann hinzu, dass einige Gelehrte sagen, dass aus ihrer Sicht Jungfrau das eigene Zeichen von Rahu und Fische das eigene Zeichen von Ketu sei. Er stimmt dem weder zu noch lehnt er es ab, aber da er sie als Gelehrte bezeichnet und diese Auffassung überhaupt in seinem Werk erwähnt, nehme ich an, dass diese beiden Zeichen ebenfalls als eigene Zeichen von Rahu und Ketu angesehen werden können.

Im allgemeinen werden Rahu und Ketu, da sie körperlose Planeten sind, jedoch nicht als Herren ihrer eigenen Zeichen angesehen.

Natürliche und temporäre Freundschaft, Neutralität und Feindschaft der Planeten

Merke dir die Zeichen, die vom Mulatrikona-Zeichen eines Planeten aus das 4., 2., 12., 5., 9. und 8. sind. Die Planeten, welche diese Zeichen beherrschen sind seine (natürlichen) Freunde, abgesehen vom Herrn seines Zeichens der Erhöhung (der immer - unter diesem Gesichtspunkt - ein Freund ist); die Herren von anderen als dieser Häuser sind seine Feinde. Falls ein Planet (sofern er der Herr von 2 Zeichen ist) aufgrund des Gesagten einmal zum Freund und einmal zum Feind wird, so ist er neutral oder ausgewogen.

Die folgende Tabelle zeigt die Anwendung der Formel für die 9 Grahas - ausgehend von ihrer Mulatrikona-Position - an:

Wenn man diese Formel anwendet - auch für Rahu und Ketu - ergibt sich folgende Tabelle:

GrahaFreundNeutralFeind
SuryaChandra, Mangal, GuruBudhaShukra, Shani, Rahu, Ketu
ChandraSurya, BudhaMangal, Guru, Shukra, Shani, Rahu, Ketu
MangalSurya, Chandra, Guru, KetuShukra, Shani, RahuBudha
BudhaSurya, ShukraMangal, Guru, Shani, Rahu, KetuChandra
GuruSurya, Chandra, MangalShani, Rahu, KetuBudha, Shukra
ShukraBudha, Shani, Rahu, KetuMangal, GuruSurya, Chandra
ShaniBudha, Shukra, RahuGuruSurya, Chandra, Mangal, Ketu
RahuChandra, Shukra, ShaniBudhaSurya, Mangal, Guru, Ketu
KetuSurya, Chandra, MangalGuru, ShaniBudha, Shukra, Rahu

Dass Chandra hier als Freund von Rahu erscheint, ist etwas überraschend. Aber da Zwillinge das Mulatrikona-Zeichen von Rahu ist und Chandra das Zeichen Krebs beherrscht, das von Zwillinge aus das 2. Zeichen ist, ergibt die obige Formel von Parashara dieses Ergebnis.

Derjenige Planet, der von einem Planeten aus im 10., 4., 11., 3., 2. und 12. Haus steht, bewirkt wechselseitige (temporäre) Freundschaft zwischen beiden. Andernfalls werden sie wechselseitig zu (temporären) Feinden (in einem bestimmten Horoskop).

Sollten zwei Planeten natürliche und temporäre Freunde sein, so werden sie beste Freunde. Freundschaft in einer und Neutralität in der anderen Hinsicht macht sie zu Freunden. Feindschaft einerseits kombiniert mit Freundschaft andererseits führt zu Neutralität. Feindschaft und Neutralität bewirkt nur Feindschaft. Sollte unter beiden Gesichtspunkten Feindschaft bestehen, so ist Todfeindschaft die Folge. Der Astrologe sollte dies in Betracht ziehen und die Auswirkungen des Horoskopes entsprechend deuten.

Positive und negative Wirkungen der Planeten entsprechend ihrer Zeichenstellung

Ein Planet im Zeichen seiner Erhöhung entfaltet ganz und gar gute Effekte, während im Mulatrikona-Zeichen seine segensreichen Auswirkungen um ein Viertel vermindert sind. In seinem eigenen Zeichen sind die Wirkungen zur Hälfte wohltätig und im Zeichen eines Freundes zu einem Viertel. Im Zeichen eines neutralen Planeten ist ein Achtel seines segensreichen Potentials nutzbar. Die guten Auswirkungen sind gleich null im Zeichen seines Falls oder eines Feindes. Die ungünstigen Auswirkungen sind als Umkehrschluss aus dem Gesagten abzuleiten (d.h. der nicht segensreiche Anteil ist entsprechend ungünstig).

Parasharas Wertung der Minderung der positiven Wirkung eines Planeten und die entsprechende Verstärkung seiner negativen Wirkungen, wenn er nicht in seinem Zeichen der Erhöhung steht, ist ausgesprochen drastisch. In Bezug auf Freundschaft und Feindschaft scheint Parashara hier nur die natürliche, nicht zusätzlich die temporäre Beziehung in Betracht zu ziehen. Hier die Tabelle dazu:

Upagrahas, glanzlose Planeten

Füge zur Länge (Stand) der Sonne zu einem bestimmten Zeitpunkt 4 Zeichen und 13° und 20' hinzu um die genaue Position des rundum widrigen (Upagraha) Dhuma zu berechnen. Ziehe Dhuma von 12 Zeichen ab, um (die Position von) Vyatipata zu erhalten. Auch Vyatipata ist ein Übeltäter. Füge sechs Zeichen zu Vyatipata hinzu um die Position von Parivesha festzustellen. Er ist ein extremer Übeltäter. Ziehe Parivesha von 12 Zeichen ab um die Position von Chapa (Indra Dhanus) zu erlangen, der ebenfalls ein Übeltäter ist. Füge 16° und 40' zu Chapa hinzu und erhalte so (die Position von) Upaketu, der ein Übeltäter ist. Indem man 1 Zeichen zu Upaketu hinzufügt erhält man die ursprüngliche Länge der Sonne. Dies sind glanzlose Planeten, die ihrer Natur nach Übeltäter sind und Leiden verursachen.

Falls die Sonne von einem von diesen affliktiert wird, so wird die Dynastie (Familie) des Geborenen verfallen (Kinderlosigkeit); sind der Mond und der Aszendent jeweils mit einem von ihnen verbunden, so werden Langlebigkeit (Lagna) und Weisheit (Chandra) zerstört. So hat es Lord Brahma, der Lotusgeborene (der Schöpfer des Universums) verkündet.

Die Abschnitte von Sonne usw. bis zum Saturn zeigen die Zeitabschnitte (eines Wochentages) von Gulika und anderen (Schattenplaneten) an. Teile die Länge eines Tages in 8 gleich lange Zeitabschnitte auf. Der 8. Abschnitt davon hat keinen Herrn. Die 7 (anderen) Abschnitte werden den 7 Planeten zugeteilt, mit dem Herrn des entsprechenden Wochentages beginnend. Derjenige Zeitabschnitt, der von Saturn beherrscht wird, ist der Zeitraum (der Herrschaft von) Gulika.

Teile entsprechend die Dauer der Nacht in 8 gleiche Teile auf und teile sie den 7 Planeten zu, (diesmal) angefangen mit dem Herrn des 5. Planeten vom Herrn des Wochentages aus gerechnet. Auch hier ist der 8. Abschnitt wieder ohne einen Herrn, während Saturns Abschnitt Gulika zugeordnet ist.

Der Abschnitt der Sonne ist Kala, der des Mars ist Mrityu, der des Jupiter ist Yama-Ghantaka und der Abschnitt des Merkur ist Ardha Prahara.

Der Grad des Tierkreises, der zur Zeit des Beginns von Gulikas Zeitabschnitt aufsteigt (im Osten aufgeht), entspricht der Länge (Stellung) von Gulika an einem bestimmten Ort. Allein auf der Grundlage dieser Länge sollen die Auswirkungen von Gulika für ein bestimmtes Geburtshoroskop eingeschätzt werden.

Wandle die jeweilige Zeit in Vighatikas um und teile diese durch 15. Das Rashi und die Grade usw., die man als Ergebnis erhält, soll man zur Länge der Sonne hinzufügen, falls diese sich in einem beweglichen Zeichen (Widder usw.) befindet und man erhält (die Position von) Pranapada (auch Pranapada Lagna genannt). Falls die Sonne in einem festen Zeichen (Stier usw.) steht, füge zusätzlich 240 Grade hinzu und steht sie in einem dualen Zeichen (Zwillinge usw.), so füge weitere 120 Grade hinzu, um Pranapada zu erhalten. Die Geburt wird segensreich sein, wenn Pranapada vom Geburts-Aszendenten aus das 2., 5., 9., 4., 10. oder 11. Haus besetzt. In den anderen Häusern zeigt Pranapada eine widrige Geburt an.

Eine detailierte Bewertung zur Stellung eines jeden der Upagrahas in einem der 12 Häuser gibt Parashara in einem späteren Kapitel.

Kapitel 4: Beschreibung der Zeichen des Tierkreises

Das Wort Hora (Zeit, Zeitqualität) wird von Ahoratra (Tag und Nacht) abgeleitet, indem die erste und die letzte Silbe weggelassen wird. So verbleibt Hora inmitten von Tag und Nacht und indem man Hora kennt, weiß man um die guten und schlechten Auswirkungen einer Nativität. Shri Vishnu, der Unsichtbare, ist die Zeit in Person (der Kalapurusha). Seine Gliedmaßen sind, mit Mesha (Widder) beginnend, die 12 Rashis (Tierkreiszeichen).

Die 12 Zeichen des Tierkreises sind der Reihe nach: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische.

Die Gliedmaßen des Kalapurusha, des kosmischen Zeitmenschen, sind in Zuordnung zu jedem der 12 Tierkreiszeichen der Reihenfolge (von Widder bis Fische) nach: Kopf, Gesicht, Arme, Herz, Bauch, Hüfte, Bereich unter dem Nabel, Fortpflanzungs- bzw. Ausscheidungsorgane, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Füße.

Beweglich, fest und dual (anregbar) sind der Reihenfolge nach die Zuordnungen der Zeichen. Sie sind abwechselnd als widrig und wohltätig bekannt und ebenso als männlich und weiblich.

Widder, Löwe und Schütze sind (von den Doshas her) pitta-artig, Stier, Jungfrau und Steinbock vata-artig, Zwillinge, Waage und Wassermann sind vermischt (in Bezug auf die 3 Doshas) während die restlichen Zeichen (Krebs, Skorpion und Fische) kapha-artig sind.

Das Zeichen Widder (Mesha) ist von blutroter Farbe. Es hat einen markanten (großen) Körper. Es ist ein vierbeiniges Zeichen und stark während der Nacht. Es zeigt Mut oder Kühnheit an. Es weilt im Osten und steht in Beziehung zu Königen (Kshattriyas, Kriegern). Es wandert in Hügeln umher und Rajoguna (Leidenschaftlichkeit, Dynamik) ist in ihm vorherrschend. Es steigt mit dem Rücken zuerst auf und ist feurig. Sein Herrscher ist Mars.

Die Farbe des Zeichens Stier (Vrishabha) ist weiß und es wird von Venus beherrscht. Es ist lang und ein vierbeiniges Zeichen. Es besitzt Stärke während der Nacht und weilt im Süden. Es steht für Ortschaften und Geschäftsleute (Vaishyas). Es ist ein Erdzeichen und steigt mit dem Rücken voran auf.

Das Zeichen Zwillinge steigt mit dem Kopf voran auf und wird von einem Mann und einer Frau dargestellt, die jeweils eine Keule und eine Laute in Händen halten. Es lebt im Westen und ist ein luftiges Zeichen. Es ist ein auch zweibeiniges Zeichen und ist stark in der Nacht. Es weilt in Ortschaften und ist von Vata bestimmt. Es hat einen ebenmäßigen Körper von grasgrüner Farbe. Sein Herrscher ist Merkur.

Das Zeichen Krebs ist blassrot. Es wohnt in Wäldern und steht für Brahmanen. Es ist in Nächten stark. Es hat viele Füße und besitzt einen dicken Körper. Sein Naturell ist sattvisch und es ist ein Wasserzeichen. Es steigt mit dem Rücken voran auf und wird vom Mond beherrscht.

Löwe wird von der Sonne beherrscht und ist sattvisch. Es ist ein vierbeiniges und ein königliches Zeichen (Kshattriyas). Es weilt in Wäldern und steigt mit dem Kopf voran auf. Es besitzt einen großen, weißen Körper. Es wohnt im Osten und ist stark am Tag.

Das Zeichen Jungfrau wohnt in Hügeln und ist tagsüber stark. Es steigt mit dem Kopf voran auf und hat eine mittlere Statur. Es ist ein zweibeiniges Zeichen und weilt im Süden. Es trägt Getreide und Feuer in Händen. Es gehört zur Gruppe der Händler (Vaishyas) und ist vielfarbig. Es ist mit Wirbelstürmen verbunden. Es ist eine Jungfrau und hat ein tamasisches Naturell. Sein Herrscher ist Merkur.

Das Sanskrit-Wort für Wirbelstürme kann auch Nervenleiden bezeichnen, was bedeutend mehr Sinn macht für das Merkur-Zeichen Jungfrau.

Waage ist ein Shirshodaya-Zeichen, d.h. es steigt mit dem Kopf voran auf, und es ist tagsüber stark. Es hat eine schwarze Farbe und Rajoguna herrscht in ihm vor. Es ist mit der westlichen Himmelsrichtung verbunden und weilt auf dem Lande. Es ist zerstörerisch und bösartig. Es repräsentiert Shudras oder die 4. Gesellschaftsschicht (Arbeiter), ist mittelgroß und ein zweibeiniges Zeichen. Sein Herr ist Shukra (Venus).

Skorpion hat einen schlanken Körper und ist ein vielbeiniges Zeichen. Es steht für Brahmanen und wohnt in Löchern. Seine Himmelsrichtung ist der Norden und es ist stark während des Tages. Es ist rötlich-braun und weilt im Wasser und an Land. Es hat einen behaarten Körper und ist sehr zubeißend (rajasisch). Mars ist sein sein Herrscher.

Das Zeichen Schütze steigt mit seinem Kopf voran auf und wird von Jupiter beherrscht. Es ist ein stattvisches Zeichen und hat eine gelb-braune Farbe. Es ist stark in der Nacht und es ist feurig. Es ist ein königliches Zeichen (Kshattriyas). Seine vordere Körperhälfte ist zweibeinig und seine hintere Körperhälfte vierbeinig. Es hat einen ebenmäßigen Körper und liebt Gewölbe. Es weilt im Osten und an Land und ist glanzreich.

Schütze wird sonst zumeist als mit dem Rücken zuerst aufsteigendes Zeichen beschrieben.

Das Zeichen Steinbock wird von Saturn beherrscht und Tamoguna überwiegt in ihm. Es ist ein Erdzeichen und steht für die südliche Himmelsrichtung. Es ist stark in der Nacht und steigt mit dem Rücken voran auf. Es ist vielfarbig und weilt sowohl in Wäldern als auch auf dem Lande. Seine vordere Körperhälfte ist vierbeinig und seine hintere Körperhälfte ist fußlos und bewegt sich im Wasser.

Ein Makara ist eigentlich kein bzw. nur zur Hälfte ein Steinbock - ein mythisches Wesen, das etwa so wie auf dem folgenden Bild aussieht:

Das Zeichen Wassermann zeigt einen Mann, der einen Krug hält. Seine Farbe ist dunkelbraun. Es hat einen mittelgroßen Körper und ist ein zweibeiniges Zeichen. Es ist sehr stark während des Tages. Es weilt in tiefem Wasser und ist luftartig. Es steigt mit dem Kopf voran auf und ist tamasisch. Es herrscht über Shudras, die vierte Gesellschaftsschicht (varna) der Arbeiter und über den Westen. Sein Herr ist Saturn, der Abkömmling der Sonne.

Das Zeichen Fische ähnelt einem Paar Fische, deren Kopf und Schwanz in entgegengesetzte Richtungen weisen. Dieses Zeichen ist nachts stark. Es ist ein Wasserzeichen und Sattvaguna herrscht in ihm vor. Es zeigt Entschlossenheit an und weilt im Wasser. Es ist fußlos und hat eine mittelgroße Statur. Es herrscht über den Norden und steigt sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Rücken auf. Es wird von Jupiter beherrscht.

So werden die je 30 Grad großen 12 Rashis beschrieben, um ihre allgemeinen und spezifischen Auswirkungen zu bewerten.

Der Nisheka Lagna

Oh Ausgezeichnetster aller Weisen (Maitreya), nun soll der Schritt erklärt werden, mit dem man den Nisheka Lagna (den Aszendenten zur Zeit der Zeugung) berechnet, wenn der Geburts-Aszendent bereits bekannt ist.

Merke dir die Winkeldifferenz zwischen Saturn und Mandi (Gulika). Füge diese zur Differenz zwischen dem Lagna (genauer Grad des Aszendenten) und dem 9. Haus (Madhya, Hausspitze) hinzu. Das Ergebnis in Rashis, Graden usw. werden dann für die Monate, Tage usw. stehen, die zwischen Nisheka (der Zeugung) und der Geburt vergangen sind.

Wenn der Herr des Aszendenten bei Geburt in der unsichtbaren Hälfte (unter dem Horizont) steht, dann füge noch die Grade hinzu, die der Mond in dem bestimmten Zeichen zurückgelegt hat, in dem er sich (zu der Zeit) befindet.

Daraus kann der Nisheka berechnet und aus ihm die guten und schlechten Erfahrungen geschlussfolgert werden, die von dem Geborenen im Mutterleib erfahren wurden. Mit Hilfe des Nisheka Lagna kann man auch Auswirkungen wie die Lebensdauer, den Tod usw. der Eltern schlussfolgern.

Kapitel 5: Spezielle Aszendenten

Bhava, Hora und Ghatika Lagna

Oh Bester der Brahmanen (Maitreya), im folgenden will ich nun wiederum einige spezielle Aszendenten erklären, als da sind Bhava Lagna, Hora Lagna und Ghatika Lagna.

Von Sonnenaufgang bis zur Zeit der Geburt wird alle 5 Ghatis (alle 120 Minuten) ein (neuer) Bhava Lagna gebildet. Teile den Zeitraum von Sonnenaufgang bis zur Zeit Geburt (in Ghatis, Vighatis usw.) durch 5 und füge den Quotienten zur Länge der Sonne bei Sonnenaufgang hinzu. Dies wird Bhava Lagna genannt.

Ein Hora Lagna wiederum erneuert sich von Sonnenaufgang bis zur Zeit der Geburt alle 2 1/2 Ghatis (alle 60 Minuten). Teile den Zeitraum von Sonnenaufgang bis zur Geburt durch 2 1/2 und füge den Quotienten in Zeichen, Graden usw. zur Länge der Sonne bei Sonnenaufgang hinzu. Das Ergebnis ist der Hora Lagna in Rashi, Graden usw.

Nun vernimm die Methode der Berechnung von Ghatika Lagna. Dieser Lagna ändert mit jedem Ghatika (alle 24 Minuten) ab Sonnenaufgang. Merke dir die Geburtszeit in Ghatis und Vighatis. Sieh die Anzahl der vergangenen Ghatis als die Zahl der Rashis des Ghatika Lagna an. Die Vighatis sind durch 2 zu teilen um die Bogen-Grade und -Minuten desgenannten Ghatika Lagna zu erhalten. Die Summe in Rashis, Graden und Minuten ist der Länge der Sonne bei Sonnenaufgang hinzuzufügen, um den genauen Stand des Ghatika Lagna zu erlangen. So sagen es Weise wie Narada.

Belasse die Planeten zur Zeit der Geburt so, wie sie sind und erstelle die unterschiedlichen Bhava Charts für jeden der speziellen Aszendenten und analysiere sie so, wie du es auch für den Geburts-Aszendenten (Janma Lagna) tust.

Parashara verrät hier nicht, was die Spezialität dieser 3 Lagnas ist. Einige Jyotishis scheinen aber der Auffassung zu sein, dass alle 4 Lagnas einfach unterschiedliche Bezugspunkte für die Untersuchung eines Charts darstellen. Wie viele Jyotishis die 3 zusätzlichen Aszendenten in der Praxis wirklich verwenden, ist eine andere Frage. Es gibt auch Gedanken, der Bhava Lagna und das entsprechende Chart würden etwas über die Intelligenz aussagen, Hora Lagna über Finanzen und Ghatika Lagna über Macht, aber das erscheint mir alles sehr spekulativ. Der Kommentator meiner Ausgabe der BPHS, R. Santhanam, bringt auch keine wirkliche Aufklärung.

Die Varnada Dasha

Nun beschreibe ich im einzelnen die Varnada Dasha. Einfach, indem man diese kennt, kann man die Lebensdauer eines Geborenen schlussfolgern.

Falls der Geburts-Aszendent sich in einem ungeraden Zeichen befindet, dann zähle direkt von Widder bis zum Geburts-Aszendenten. Falls der Geburts-Aszendent in ein gerades Zeichen fällt, dann zähle von Fische zurück bis zum Geburts-Aszendenten.

Zähle entsprechend von Widder an vorwärts, wenn der Hora Lagna in ein ungerades Zeichen fällt. Wenn der Hora Lagna in ein gerades Zeichen fällt, dann zähle rückwärts von Fische bis zum Hora Lagna.

Wenn jeweils beide in ungerade oder in gerade Zeichen fallen, dann addiere die beiden Zahlen. Falls einer ungerade ist und einer gerade, dann nimm die Differenz zwischen den beiden.

Falls die so erlangte Zahl ungerade ist, dann zähle dierekt von Widder an so viele Zeichen ab; falls sie gerade ist, dann zähle so viele Zeichen von Fische ab rückwärts.

Das so berechnete Zeichen wird dann der Varnada für den Aszendenten sein.

Nun vernimm die Anwendung des Gesagten. Je nachdem welcher der beiden - der Geburts-Aszendent (Janma Lagna) und der Hora-Lagna - stärker ist, von dort aus beginnt Varnada. Falls der Geburts-Aszendent sich in einem ungeraden Zeichen befindet, dann werden die Dashas im Uhrzeigersinn gezählt, andernfalls gegen den Uhrzeigersinn. Die Jahre der Lagna Dasha entsprechen der Anzahl der Zeichen, die sich zwischen dem Geburts-Aszendenten und Varnada befinden. Das gleiche gilt für die anderen Häuser.

Sollte ein Trigonalhaus (Trikona) vom Varnada des Aszendenten aus von einem Übeltäter besetzt sein oder von einem aspektiert werden, so wird der Geborene nur bis zur Dasha des entsprechenden Rashi leben. So wie der Planet Rudra in der Shula Dasha fähig ist, Übles zu bewirken, entsprechend soll sollen die genannten Planeten in Bezug auf die Trikona-Häuser von Varnada behandelt werden.

Der Varnada Lagna wird (dabei) als Geburts-Aszendent angesehen, während das 7. Haus von Varnada aus die Lebensdauer des Ehepartners anzeigen wird, das 11. die Lebensdauer des älteren Bruders oder der älteren Schwester, das 3. die Lebensdauer des jüngeren Bruders oder der jüngeren Schwester, das 5. die Lebensdauer des Sohnes, das 4. die Lebensdauer der Mutter und das 9. die Lebensdauer des Vaters. Die Dasha des Shula Rashi wird besonders große Übel hervorbringen (mehr hierzu in Kapitel 46 der BPHS).

Ähnliche Auswertungen können in Bezug auf den Varnada eines jedes der Häuser durchgeführt werden, das auf das erste Haus folgen und so kann man die üblen und guten Erfahrungen einer Nativität erkennen.

Diese Varnada Dashas beziehen sich ausschließlich auf die Bhavas (Rashis) und nicht auf deren Bewohner.

Die Unterphasen jeder Dasha werden ein Zwölftel der Dasha lang dauern und ihre Aufeinanderfolge wird im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn sein, wie es zuvor erklärt wurde.

Der Geburtsaszendent wird entsprechend dem Ort der Geburt berechnet, während Bhava Lagna, Hora Lagna usw. für alle Orte gleich sind.

Kapitel 6: Vargas - Die 16 Unterteilungen eines Zeichens

Maitreya sagte:

Oh Weiser, ich habe durch dich von den Planeten, Zeichen und ihren Beschreibungen erfahren. Ich wünsche mir nun, im einzelnen von den unterschiedlichen Unterteilungen eines Zeichens zu hören. Bitte berichte darüber.

Parashara antwortete:

Lord Brahma hat 16 Arten von Unterteilungen (Vargas) eines jeden Zeichens beschrieben. Höre, welche dies sind. Sie sind wie folgt: Rashi, Hora, Drekkana, Chathurthamsha, Sapthamamsha, Navamsha, Dashamamsha, Dvadashamsha, Shodashamsha, Vimshamsha, Chaturvimshamsha, Saptavimshamsha, Trimshamsha, Khavedamsha, Akshavedamsha und Shashtiamsha.

Das Rashi (Tierkreiszeichen), das ein Planet besitzt, wird sein Kshetra (Feld) genannt.

Die erste Hälfte eines ungeraden Zeichens ist das von der Sonne beherrschte Hora, während seine zweite Hälfte das Hora des Mondes ist. Die umgekehrte Reihenfolge gilt für ein gerades Zeichen. Die Hälfte eines Rashi wird Hora genannt. Mit Widder beginnend gibt es insgesamt 24 Horas und jedes Zeichen im Tierkreis beinhaltet 2 Horas.

Ein Drittel eines Rashi wird Drekkana (Dekanat) genannt. Diese sind, von Widder an gezählt, insgesamt 36, also 12 mal 3 pro Rashi. Die Rashis 1, 5 und 9 von einem Zeichen aus gerechnet bilden seine 3 Drekkanas und sie werden jeweils beherrscht von Narada, Agasthya und Durvasa.

Die Herren der 4 Kendras von einem Zeichen aus gerechnet sind, mit Widder beginnend, die Herren der jeweiligen Chaturthamshas eines Rashi. Jedes Chaturthams nimmt ein Viertel eines Rashis ein. Die jeweiligen Devatas (Gottheiten) sind Sanaka, Sananda, Kumara und Sanatana.

Die Reihenfolge der Sapthamamshas (Siebentel) beginnt in ungeraden Zeichen mit demselben Zeichen. Im Falle von geraden Zeichen beginnt sie mit dem 7. Zeichen vom Rashi aus. Die Namen der 7 Unterteilungen sind in ungeraden Zeichen: Kshara, Kshira, Dadhi, Ghritha, Ikshu Rasa, Madhya und Shuddha Jala. Die umgekehrte Zuweisung gilt für ein gerades Zeichen.

Die Berechnung des Navamsha (Neuntel) beginnt in einem beweglichen Zeichen mit dem des Rashis selbst, in einem fixen Zeichen mit dem 9. von diesem aus und in einem dualen Zeichen mit dem 5. von diesem aus. Die Zuweisung ist in fester Reihenfolge Deva (göttlich), Manushya (menschlich) und Rakshasa (dämonisch) in einem beweglichen Zeichen. (In fixen Zeichen Manushya, Rakshasa und Deva und in dualen Zeichen Rakshasa, Manushya und Deva).

Mit demselben Zeichen beginnen die Dashamshas (Zehntel) in einem ungeraden Zeichen und mit dem 9. von diesem aus in einem geraden Zeichen. Die Herrscher über diese sind in ungeraden Zeichen die Herren der Hauptrichtungen in der Reihenfolge Indra, Agni, Yama, Rakshasa, Varuna, Vayu, Kubera, Ishana, Brahma und Ananta. Die umgekehrte Reihenfolge gilt in geraden Zeichen für die über die Dashamshas herrschenden Devatas.

Die Zuweisung der Dvadashamshas (Zwölftel) beginnt mit demselben Zeichen. In jedem Zeichen wiederholt sich dreimal die Herrschaft über die 12 Dvadashamshas in der Reihenfolge Ganesha, Ashvini Kumara, Yama und Sarpa.

Die Shodashamshas (Sechzehntel) fangen in einem beweglichen Zeichen mit Widder an, in einem fixen Zeichen mit Löwe und in einem dualen Zeichen mit Schütze. In einem ungeraden Zeichen wiederholen sich die über ein Sechzehntel herrschenden Gottheiten je vier Mal in der Reihenfolge Brahma, Vishnu, Shiva und Surya. In geraden Zeichen gilt die umgekehrte Reihenfolge der zuständigen Devatas.

Die Reihenfolge der Vimshamshas (Zwanzigstel) beginnt in beweglichen Zeichen mit Widder, in fixen Zeichen mit Schütze und in dualen Zeichen mit Löwe. Die über die Zwanzigstel herrschenden Devatas sind in ungeraden Zeichen jeweils: Kali, Gauri, Jaya, Lakshmi, Vijaya, Vimala, Sati, Tara, Jvala-Mukhi, Sveta, Lalita, Bagala-Mukhi, Pratyangira, Shachi, Raudri, Bhavani, Varada, Jaya, Tripura und Sumukhi. In einem geraden Zeichen sind die 20 Gottheiten entsprechend: Daya, Megha, Chinnasi, Pishachini, Dhumavathi, Matangi, Bala, Bhadra, Aruna, Anala, Pingala, Chuchchuka, Ghora, Varahi, Vaishnavi, Sita, Bhuvaneshvari, Bhairavi, Mangala und Aparajita.

Die Aufteilung der Siddhamshas (Vierundzwanzigstel) beginnt in einem ungeraden Zeichen mit Löwe und in einem geraden Zeichen mit Krebs. Im Fall eines ungeraden Zeichens wiederholen sich die herrschenden Devatas zweimal in der Reihenfolge Skanda, Parshudhara, Anala, Vishvakarma, Bhaga, Mitra, Maya, Antaka, Vrishadhvaja, Govinda, Madana und Bhima. Für die Siddhamshas in geraden Zeichen ist es dann zweimal die umgekehrte Reihenfolge der Gottheiten - also von Bhima bis Skanda.

Die Herren der Bhamshas (oder Saptavimshamshas, Siebenundzwanzigstel) sind jeweils die Gottheiten der 27 Nakshatras, als da sind: Dashtra (Ashvini Kumara), Yama, Agni, Brahma, Chandra, Isha, Aditi, Jiva, Ahi, Pitara, Bhaga, Aryama, Surya, Tvashta, Marut, Shakragni, Mitra, Vasava, Rakshasa, Varuna, Vishvadeva, Govinda, Vasu, Varuna, Ajapa, Ahirbudhanya und Pusha. Die gilt für die ungeraden Zeichen. Für gerade Zeichen gilt die umgekehrte Reihenfolge. Die Verteilung der Bhamshas beginnt in allen 12 Zeichen mit Widder und den entsprechenden anderen beweglichen Zeichen.

Die Trimshamsha Herren für ungerade Zeichen sind Mars, Saturn, Jupiter, Merkur und Venus. In dieser Reihenfolge herrschen sie jeweils über 5, 5, 8, 7 und 5 Grade. Die über die Trimshamsha herrschenden Gottheiten sind entsprechend Agni, Vayu, Indra, Kubera und Varuna. Im Fall der geraden Zeichen sind die Grade sowie die planetaren Herrscher und Gottheiten in umgekehrter Reihenfolge angeordnet.

Was die Chatvarimshamshas (Vierzigstel) anbetrifft, so zähle in ungeraden Zeichen von Widder und in geraden Zeichen von Waage an. Vishnu, Chandra, Marichi, Tvashta, Dhata, Shiva, Ravi, Yama, Raksha, Gandharva, Kala und Varuna sind mehrmals nacheinander für alle Zeichen die herrschenden Gottheiten.

Bei den Akshavedamshas (Fünfundvierzigstel) sind Widder, Löwe und Schütze die Zeichen mit denenen die Reihenfolge in beweglichen, unbeweglichen und veränderlichen Zeichen beginnt. In beweglichen Zeichen folgen Brahma, Shiva und Vishnu, in unbeweglichen Zeichen Shiva, Vishnu und Brahma und in veränderlichen Zeichen Vishna, Brahma und Shiva 15 Mal aufeinander als Oberherrscher der Akshavedamshas.

Um den Herrn eines Shashtiamshas (Sechzigstel) zu berechnen lasse die Zeichenposition eines Planeten beiseite und nimm die Grade usw., die er in jenem Zeichen zurückgelegt hat. Multipliziere diese Zahl mit 2 und teile die Grade durch 12. Füge zu dem Rest 1 hinzu, was dann das Zeichen anzeigt, in welches der Shashtiamsha Abschnitt fällt.

Der Herr jenes Zeichens ist der Planet, der über den Shashtiamsha Abschnitt herrscht.

In ungeraden Zeichen sind die Namen der Shashtiamshas Ghora, Rakshasa, Deva, Kubera, Yaksha, Kinnara, Bhrashta, Kulaghna, Garala, Vahni, Maya, Purishaka, Apampathi, Marutvan, Kala, Sarpa, Amrita, Indra, Mridu, Komala, Heramba, Brahma, Vishnu, Maheshvara, Deva, Ardra, Kalinasa, Kshitesha, Kamalakara, Gulika, Mrithyu, Kala, Davagni, Ghora, Yama, Kantaka, Shudha, Amrita, Purnachandra, Vishadagdha, Kulanasa, Vamshakshaya, Utpata, Kala, Saumya, Komala, Sitala, Karala Damshtra, Chandramukhi, Pravina, Kalapavaka, Dandayudha, Nirmala, Saumya, Krura, Atisitala, Amrita, Payodhi, Bhramana und Chandrarekha (Indurekha).

In geraden Zeichen ist die Reihenfolge umgekehrt, was diese Namen anbetrifft.

Planeten in Wohltäter-Shashtiamshas bringen segensreiche Wirkungen hervor, während im Fall von Planeten in Übeltäter-Shashtiamshas das Gegenteil zutrifft.

4 Zusammenfassungen der Vargas

Maitreya, nun werden die Gesamtwirkungen der Zuordnungen der unterschiedlichen Zusammenfassungen der Vargas erklärt. Von diesen gibt es vier Arten, nämlich Shad Varga (6 Vargas zusammengefasst), Saptha Varga (7 Vargas zusammengefasst), Dasha Varga (10 Vargas zusammengefasst) und Shodasha Varga (16 Vargas zusammengefasst).

In der Shad-Varga-Zusammenfassung sind die Bezeichnungen Kimshuka, Vyanjana, Chamara, Chatra und Kundala – je nachdem ob ein Planet in 2 bis 6 guten Varga-Abschnitten befindet.

Die nächste Zusammenfassung ist Sapta Varga, für das dieselben sechs Bezeichnungen entsprechend der Anzahl der guten Vargas verwendet werden, ergänzt durch eine siebente namens Mukuta.

In der Dasha-Varga-Summierung beginnen die Bezeichnungen mit Parijata usw.: 2 gute Vargas Parijata, 3 Uttama, 4 Gopura, 5 Simhasana, 6 Paravata, 7 Devaloka, 8 Brahmaloka, 9 Shakravahana und 10 Shridhama.

In der Shodasha-Varga-Zusammenfassung sind die Bezeichnungen: Bhedaka für 2 gute Vargas, 3 Kusuma, 4 Nagapushpa, 5 Kanduka, 6 Kerala, 7 Kalpavriksha, 8 Chandana Varna, 9 Purnachandra, 10 Uchchaishrava, 11 Dhanavantari, 12 Suryakanta, 13 Vidruma, 14 Shakrasimhasana, 15 Goloka und Shri Vallabha für 16 gute Vargas.

In diesen Abschnitten sind diejenigen, die in das Zeichen der Erhöhung eines Planeten fallen, in sein Mulatrikona Zeichen, sein eigenes Zeichen sowie diejenigen Zeichen, deren Herr vom Arudha Aszendenten aus gerechnet Herr eines Kendra ist, als gute Vargas anzusehen.

Die Abschnitte eines verbrannten Planeten, eines besiegten Planeten, eines schwachen Planeten und eines Planeten in schlechten Avasthas wie Sayana kommen als gute Vargas nicht in Betracht, denn sie zerstören die guten Yogas.

Kapitel 7: Betrachtungen über die Vargas

Ich beschreibe jetzt die Verwendung der sechzehn Unterteilungen. [Man analysiert] den Körper vom Aszendenten her (im Rashi), Wohlstand von Hora (1/2), Freude durch Geschwister von Drekkana (1/3), Glücksfälle von Chathurhamsha (1/4), Söhne und Enkel von Sapthamsha, den Ehepartner von Navamsha (1/9), Macht und Stellung von Dashamsha (1/10), die Eltern von Dvadashamsha (1/12), Gutes und Schlechtes durch Fahrzeuge von Shodashamsha (1/16), Spiritualität von Vimshamsha (1/20), Lernen und Bildung vom Chaturvimshamsha (1/24, auch Siddhamsha genannt), Stärke und Schwäche von Bhamsha (1/27), üble Einflüsse von Trimshamsha (Abschnitte 1-5), segensreiche und widrige Auswirkungen von Khavedamsha (1/40) und alle Arten von Auswirkungen von Akshavedamsha (1/45) und von Shashtiamsha (1/60) her. Dies sind die Überlegungen, die man in Bezug auf die jeweiligen Vargas oder Unterteilungen anstellen soll.

Das Haus, dessen Herr sich in einem Übeltäter Shashtiamsha (1/60) befindet, schwindet (in Bezug auf positive Auswirkungen), so sagen Garga und andere. Das Haus, dessen Herr sich in einem Wohltäter Shodashamsha (1/16, auch Kalamsha genannt) befindet, gedeiht. So soll man die 16 Vargas bewerten.

Vimshopak-Bala - 20-Punkte-Stärke

Nachdem man die 20-Punkte-Stärke des aufsteigenden Zeichens, anderer Häuser sowie der Planeten festgestellt hat, soll man die guten und schlechten Auswirkungen verkünden. Ich werde nun die Methode der Erkenntnis der Vimshopaka-Stärke (20-Punkte-Stärke) erklären; einfach, indem man diese kennt, erlangt man eine klare Vorstellung der Ergebnisse der Handlungen in dieser Geburt und in der vorherigen Geburt.

Die Planeten, von der Sonne an aufgezählt, erlangen volle Stärke, wenn sie sich im Zeichen der Erhöhung oder im eigenen Zeichen befinden und sind ohne Stärke im 7. Zeichen (von da aus gerechnet). Dazwischen wird die Stärke nach dem Dreisatz-Prinzip berechnet. In dem Fall, wo ein Planet zwei Zeichen besitzt, muss man (die Stärke des Planeten) unterschiedlich bewerten, je nachdem ob das eigene Zeichen ungerade oder gerade ist.

Hieraus geht hervor, dass Planeten schwach stehen, wenn sie sich im Zeichen gegenüber ihrem eigenen Zeichen befinden. Moderne Theorien, dass sie dort stark stehen, weil sie von dort aus ihr eigenes Zeichen aspektieren, werden somit von Parashara nicht unterstützt. Der letzte Satz besagt, dass männliche Planeten, die 2 eigene Zeichen haben, im männlichen der beiden Zeichen stärker stehen - also Mars in Widder stärker als in Skorpion. Vergleichbares gilt für weibliche Planeten.

Jupiter, Sonne und Mars haben (starke) Auswirkungen im Hora-Abschnitt der Sonne; Mond, Venus und Saturn tun dies im Hora-Abschnitt des Mondes. Merkur entfaltet seine Wirkung in beiden Horas.

Im Fall eines geraden Rashi ist die Hora des Mondes wirksamer, während dies in ungeraden Zeichen für die Hora der Sonne zutrifft.

Voll, mittelstark und null werden die jeweiligen Auswirkungen im Anfang, in der Mitte und am Ende der Hora sein. Dieses Prinzip ist entsprechend auf Drekkana, Turyamsha, Navamsha usw. anzuwenden. Bei den Auswirkungen der Trimsamsha entspricht die Sonne dem Mars und der Mond der Venus. Was für die Auswirkungen im Rashi gilt, findet auch für die Trimsamsha Anwendung.

Dies bedeutet, dass in sämtlichen Vargas die Auswirkungen bei Stellung des Planeten in der Mitte des Vargas vollständig sind, mittelstark am Anfang und ganz schwach am Ende des Vargas. Respekt dem Astrologen, dessen Intellekt fähig ist, das für alle 9 Planeten in allen 16 Vargas bei der Analyse eines Charts im Bewusstsein zu behalten.

Die Shadvargas (6 Unterteilungen) bestehen aus Rashi, Hora, Drekkana, Navamsha, Dvadashamsha und Trimshamsha. Die volle Stärke für jede der 6 Unterteilungen ist 6, 2, 4, 5, 2 und 1. Dies ist die Vimshopaka-Stärke entsprechend der Shadvarga-Zusammenfassung.

Wenn man zu den Shadvargas die Saptamamsha hinzufügt, erhalten wir die Saptavarga-Zusammenfassung (7 Unterteilungen); deren Vimshopaka-Stärke ist jeweils 5,2,3, 2.5, 4.5 und 1.

Dies sind grobe Stärken, während die feinen mit Hilfe der exakten Stellungen beurteilt werden sollten.

Füge Dashamsha, Shodashamsha und Shashtiamsha zu der genannten Saptavarga-Summierung hinzu, um die Dashavarga-Übersicht (10 Unterteilungen) zu erhalten. Die Vimshopaka-Stärke ist in diesem Zusammenhang 3 für Rashi, 5 für Shashtiamsha und je 1.5 für die anderen 8 Unterteilungen.

Wenn alle 16 Unterteilungen (in der Shodasha-Varga-Übersicht) zusammen betrachtet werden, so ist die Gewichtung wie folgt: Hora 1, Trimshamsha 1, Drekkana 1, Shodashamsha 2, Navamsha 3, Rashi 3.5, Shashtiamsha 4 und die übrigen 9 Unterteilungen jeweils 0.5.

Sehr bemerkenswert ist, welch hohe Gewichtung die Shashtiamsas (1/60) hier erhalten.

Dabei bleibt die Vimshopaka-Stärke nur dann volle 20, wenn der Planet sich in Vargas des eigenen Zeichens befindet. Ansonsten sinkt die Stärke von 20 auf 18 in Vargas des besten Freundes, auf 15 in Vargas des Freundes, auf 10 in neutralen Vargas, auf 7 in Vargas des Feindes und auf 5 in Vargas des Todfeindes. (Diese Einteilung der Stärke wird Varga Vishva genannt)

Multipliziere die Zahl, die der vollen Stärke der Unterteilung entspricht, mit dem Varga Vishva und teile dann durch 20, um die genaue Stärke des Planeten zu erhalten.

Wenn diese Gesamtstärke unter 5 liegt, so wird der Planet nicht fähig sein, gute Ergebnisse hervorzubringen. Liegt die Stärke bei über 5, aber unter 10, so wird der Planet ein paar gute Auswirkungen hervorbringen. Zwischen 10 und 15 zeigt mittelmäßige Auswirkungen an. Ein Planet mit einer Stärke von über 15 wird gänzlich positive Auswirkungen zeitigen.

Maitreya, es gibt noch andere Quellen (von Stärke), die ich nun aufführe: Planeten im 7. Zeichen von der Sonne aus gerechnet werden ihre volle Wirkung entfalten. Planeten mit gleicher Länge wie die Sonne werden die guten Auswirkungen zerstören. Bei der Stellung eines Planeten zwischen diesen beiden Positionen ist der Dreisatz anzuwenden.

Maitreya, nachdem man die Vimshopaka-Stärke in den verschiedenen Unterteilungen festgestellt hat, soll man das Aufgehen und Untergehen der Planeten in Betracht ziehen. Die Vimshopaka-Stärke wird unterteilt in Purna, Atipurna, Madhya, Atimadhya, Hina, Atihena,Svalpa und Atisvalpa. Auf diese Weise soll man die Vimshopaka-Stärke unterteilen und entsprechend die Ergebnisse der Dasha-Phasen verkünden.

Einteilung der Häuser in verschiedene Kategorien

Oh Maitreya, vernimm nun meine Erläuterungen zu weiteren Themen. Die Kendras (Eckhäuser) sind bekannt als Aszendent (1. Haus), das 4. Haus, Deszendent (7. Haus) und Himmelsmitte (10. Haus). Das 2., 5., 8. und 11. Haus sind Panapharas (nachfolgende Häuser), während die Häuser 3, 6, 9 und 12 die Apoklimas (fallende Häuser) genannt werden.

Die Häuser 5 und 9 Haus vom Aszendenten aus gesehen sind unter dem Namen Konas oder Trigonalhäuser bekannt. Die Trikahäuser (üble Häuser) sind das 6., 8. und 12. Haus. Chaturasras (viereckige Häuser) sind das 4. und 8. Haus. Die Häuser 3, 6, 10 und 11 werden Upachayas (verbessernde Häuser) genannt.

Die 12 Häuser sind in ihrer Reihenfolge: Thanu, Dhana, Sahaja, Bandhu, Putra, Ari, Yuvati, Randhra, Dharma, Karma, Labha und Vyaya. Ich habe diese nur kurz erklärt und überlasse es dir, mehr darüber entsprechend deiner Intelligenz zu erfassen. Mehr Informationen, wie Lord Brahma sie gibt, folgen später.

Zusätzliche Informationen über die Häuser

Das 9. Haus vom Aszendenten aus und das 9. Haus von der Sonne aus haben mit dem eigenen Vater zu tun. Welche Auswirkungen auch immer man aus dem 10. und 11. Haus vom Aszendenten aus erkennen kann, kann man ebenso durch die entsprechenden Häuser von der Sonne aus gerechnet erkennen.

Welche Ergebnisse auch immer man vom 4., 1., 2., 11. und 9. Haus aus erkennen kann, sollten auch jeweils vom Mond aus gerechnet im 4. Haus, vom Zeichen des Mondes selbst und vom 2., 11. und 9. Haus vom Mond aus erkannt werden.

Was auch immer man aus dem 3. Haus vom Aszendenten aus gerechnet erkennen kann, kann auch im 3. Haus von Mars aus gerechnet analysiert werden.

Das 6. Haus von Merkur aus soll in Bezug auf die ableitbaren Schlussfolgerungen in Betracht gezogen werden, zu denen man aus der Analyse des 6. Hauses vom Aszendenten aus gelangt.

Das 5. Haus von Jupiter aus, das 7. von der Venus aus sowie beide, das 8. und das 12. Haus von Saturn aus, stehen für die jeweiligen Einschätzungen in Bezug auf Nachkommenschaft, Ehepartner und Tod.

Die Grafik fasst das oben Gesagte zusammen und zeigt an, von welchem Haus des in orange eingetragenen Planeten aus man das jeweilige Haus ebenfalls beurteilen kann. Im 9. Haus z. B. sind hier Surya und Chandra eingetragen, d. h. von Surya und Chandra aus gerechnet das 9. Haus sagt ebenfalls etwas über das 9. Haus aus usw.

Der Herr des Bhavas ist gleichermaßen wichtig, wenn es darum geht abzuschätzen, was in einem bestimmten Bhava (Haus) angezeigt wird.

Kapitel 8: Aspekte der Tierkreiszeichen

Oh Maitreya, nun werden im Einzelnen die Aspekte beschrieben, die von den Tierkreiszeichen Widder usw. ausgehen.

Jedes bewegliche Zeichen aspektiert die 3 fixen Zeichen, außer das, das sich neben ihm befindet.

Jedes fixe Zeichen aspektiert die 3 beweglichen Zeichen, mit Ausnahme des jeweils benachbarten beweglichen Zeichens.

Ein veränderliches Zeichen aspektiert die anderen 3 beweglichen Zeichen.

Der Planet in einem Zeichen projiziert dieselben Aspekte wie das Zeichen, in dem er sich befindet.

Ein Planet in einem beweglichen Zeichen aspektiert somit die 3 festen Zeichen außer dem neben ihm befindlichen festen Zeichen.

Ein Planet in einem festen Zeichen aspektiert nicht das benachbarte bewegliche Zeichen, aber die 3 übrigen beweglichen Zeichen.

Der Planet in einem veränderlichen Zeichen wirft einen Aspekt auf die anderen veränderlichen Zeichen.

Ein Planet in einem aspektierten Zeichen empfängt ebenfalls den betreffenden Aspekt.

Der Beschreibung von Lord Brahma entsprechend beschreibe ich nun ein Aspekt-Diagramm, so dass die Aspekte leicht mit einem bloßen Blick auf dieses Diagramm verstanden werden können.

Zeichne ein Quadrat oder einen Kreis, der die 8 Richtungen anzeigt.Trage die Tierkreiszeichen wie folgt ein: Widder und Stier im Osten, Zwillinge im Nordosten, Krebs und Löwe im Norden, Jungfrau im Nordwesten, Waage und Skorpion im Westen, Schütze im Südwesten, Steinbock und Wassermann im Süden und Fische im Südosten.

Die Aspekte können wahlweise in einem quadratischen oder in einem kreisförmigen Diagramm angezeigt werden.

Dass nicht nur die Planeten Aspekte werfen, sondern auch die Tierkreiszeichen, ist sicherlich ein Faktor, der heutzutage nur von sehr fortgeschrittenen Astrologen berücksichtigt wird.

Kapitel 9: Übel bei der Geburt

Übel, die den frühen Tod des Geborenen anzeigen

Dieses Kapitel muss man im Zusammenhang mit dem nächsten Kapitel sehen, das Konstellationen im Horoskop beschreibt, die den hier beschriebenen Gefahren entgegen wirken oder sie vollständig eliminieren. Außerdem muss man sich dessen bewusst sein, dass Jyotish nicht nur Vorhersagen über Gefahren macht, sondern auch Techniken zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe diese Gefahren schon im Vorfeld abgewendet werden können. Dieses Kapitel beschreibt also die Gefahren, um sie dann rechtzeitig mit Hilfe von Yagyas und Graha Shanti abwehren zu können. Dies ist eine der Aufgaben des "Auge des Veda", Jyotish.

Für den Jyotish-Schüler enthalten diese beiden Kapitel nützliche Informationen darüber, wie unterschiedliche Konstellationen im Horoskop zu bewerten sind.

Oh Brahmane, als allererstes schätze die Übel ein und deren Konsequenzen in Bezug auf den Aszendenten und stelle danach die Auswirkungen der 12 Bhavas fest.

Übel, die vorzeitigen Tod verursachen, existieren bis zum 24. Lebensjahr. Daher sollte bis zu diesem Lebensjahr keine verbindliche Berechnung der gesamten Lebensdauer gemacht werden.

Falls der Mond sich vom Aszendenten aus im 6., 8. oder 12. befinden und einen Aspekt von einem Übeltäter erhalten sollte, so wird das Kind früh sterben. Falls es hierbei auch den Aspekt eines Wohltäters geben sollte, kann es bis zum Alter von 8 Jahren leben.

Falls ein Wohltäter rückläufig im 6., 8. oder 12. Haus steht und von einem Übeltäter aspektiert wird, so tritt der Tod innerhalb eines Monats nach der Geburt ein. Dies trifft nur zu, wenn der Aszendent nicht von einem Wohltäter besetzt ist. Sollte das 5. Haus gemeinsam von Saturn, Mars und der Sonne besetzt sein, so wird sich auch der frühzeitige Tod der Mutter und des Bruders ereignen,

Falls Mars sich im Aszendenten oder im 8. Haus befindet und mit Saturn oder Sonne zusammen steht oder von einem Übeltäter aspektiert wird, ohne dabei einen Wohltäter-Aspekt zu erhalten, so wird sich dies als Ursache frühen Todes erweisen.

Falls Saturn und Mars den Aszendenten aspektieren, während die Himmelslichter (an anderer Stelle) mit Rahu zusammen stehen, so wird das Kind nur 14 Tage lang leben.

Sofortiger Tod des Kindes und seiner Mutter wird eintreten, wenn Saturn sich im 10., der Mond im 6. und Mars im 7. Haus befindet.

Man wird sich augenblicklich in die Heimstatt des Todesgottes Yama begeben, falls Saturn sich im Aszendenten befindet, während der Mond und Jupiter in der genannten Reihenfolge im 8. und im 3. Haus stehen.

Die Lebensspanne wird nur einen Monat betragen, wenn jemand die Sonne im 9., Mars im 7. und Jupiter und Venus im 11. Haus stehen hat.

Alle Planeten, die im 12. Haus stehen, werden zur Ursache eines kurzen Lebens, insbesondere die Himmelslichter , Venus und Rahu. Aber ein Aspekt auf (?) einen dieser vier Planeten im 12. Haus wird diesen Übeln entgegenwirken.

Der Mond kann ein frühes Ende bewirken, falls er sich mit einem Übeltäter zusammen im 8., 7. oder 1. Haus befindet und nicht mit einem Wohltäter verbunden ist.

Ein früher Tod wird sich einstellen, falls die Geburt in der Morgen- oder Abenddämmerung stattfand oder in einer vom Mond beherrschten Stunde (hora) oder in Gandanta, während der Mond und Übeltäter vom Aszendenten aus die Kendras besetzen. [Gandanta bedeutet Aszendent oder Mond im letzten Navamsha eines Wasserzeichens]

3 Ghatikas (72 Minuten), bevor die Halbscheibe der aufgehenden Sonne sichtbar ist und eine entsprechende Zeitdauer nach Untergang der Sonne werden als Morgen- bzw. Abenddämmerung bezeichnet.

Falls alle Übeltäter sich in der Osthälfte befinden, während alle Wohltäter in der Westhälfte stehen, so folgt daraus der frühe Tod für jemanden mit Aszendent Skorpion. In diesem Fall sind keine weiteren Erörterungen nötig.

Übeltäter im 12. und im 6. oder im 8. und im 2. Haus, während der Aszendent zwischen anderen Übeltätern eingezwängt ist, wird frühzeitigen Tod bringen.

Auch wenn Übeltäter den Aszendenten und das 7. Haus besetzen, während der Mond mit einem Übeltäter zusammen steht, ohne durch einen Wohltäter Erleichterung zu erhalten, so wird dies einen frühzeitigen Tod bewirken.

Ein frühzeitiger Tod wird dem Geborenen widerfahren, wenn der abnehmende Mond in Aszendenten steht, während sich Übeltäter im 8. Haus und in einem Kendra befinden. Daran besteht kein Zweifel.

Der Mond im Aszendenten, im 8., 12. oder im 7. Haus, während er zwischen Übeltätern eingezwängt ist, führt zu vorzeitigem Tod.

Sollte der Mond im Aszendenten zwischen zwei Übeltätern eingezwängt sein, während im 7. oder im 8. Haus ein Übeltäter steht, so wird sowohl das Kind als auch seine Mutter sofortigem Tod begegnen.

Sollte Saturn, Sonne und Mars im 12., 9. und 8. Haus ohne den Aspekt eines Wohltäters stehen, so wird das Kind sofortigem Tod begegnen.

Mit einem Übeltäter im 7. Haus oder im aufsteigenden Drekkana bei gleichzeitiger Stellung des abnehmenden Mondes im Aszendenten wird ein frühzeitiger Tod eintreten.

Die Lebensspanne des Kindes wird entweder nur 2 Monate oder nur 6 Monate betragen, wenn alle Planeten sich ohne Stärke in Apoklima-Häusern (3, 6, 9, 12) befinden.

Übel, die den frühen Verlust der Mutter des Geborenen anzeigen

Die Mutter des Geborenen wird Übeln ausgesetzt sein, falls der Mond bei Geburt von drei Übeltätern aspektiert wird. Wohltäter, die den Mond aspektieren, werden der Mutter Gutes bringen.

Sollte das 2. Haus von Rahu, Merkur, Venus, Sonne und Saturn besetzt sein, so wird die Geburt des Kindes nach dem Tod des Vaters stattgefunden haben und sogar die Mutter wird frühzeitig den Tod finden.

Falls der Mond sich von einem Übeltäter aus im 7. oder 8. Haus befindet, wobei er selbst ein Übeltäter ist und von einem starken Übeltäter aspektiert wird, dann sage ein frühes Ende der Mutter voraus.

Das Kind wird sich nicht von der Milch seiner Mutter, sondern von der einer Geiß ernähren, falls die Sonne erhöht oder im Fall im 7. Haus steht.

Sollte ein Übeltäter vom Mond aus betrachtet im 4. Haus im Zeichen eines Feindes stehen, während sich kein Wohltäter in einem Kendra befindet, so wird das Kind vorzeitig seine Mutter verlieren.

Übeltäter im 6. und im 12. Haus werden für die Mutter Schlechtes bewirken. Der Vater wird unter entsprechenden Auswirkungen leiden, falls das 4. und das 10. Haus von Übeltätern besetzt sind.

Merkur im 2. Haus, während Übeltäter den Aszendenten, das 7. und das 12. Haus besetzen - diese Konstellation (yoga) wird die gesamte Familie zerstören.

Falls Jupiter, Saturn und Rahu jeweils im Aszendenten, im 2. und im 3. Haus stehen, so wird dies den frühen Tod der Mutter bewirken.

Zweifellos wird die Mutter das Kind aufgeben, wenn bei diesem vom abnehmenden Mond aus gerechnet Übeltäter in den Trigonalhäusern stehen. Dabei dürfen aber keine Wohltäter in Konjunktion mit den genannten Übeltätern stehen.

Wenn Mars und Saturn sich vom Mond aus betrachtet in einem Kendra (Eckhaus) befinden und dabei ein und dasselbe Navamsha-Zeichen besetzen, so wird das Kind zwei Mütter haben. Es wird jedoch nicht lange leben.

Übel, die den frühen Verlust des Vaters des Geborenen anzeigen

Der Vater wird frühzeitig sterben, falls Saturn, Mars und Mond in dieser Reihenfolge den Aszendenten, das 7. und das 6. Haus einnehmen.

Der Geborene wird zum Zeitpunkt seiner Hochzeit seinen Vater verlieren, falls Jupiter sich im Aszendenten befindet, während Saturn, Sonne, Mars und Merkur sich zusammen im 2. Haus befinden.

Ein früher Verlust des Vaters wird stattfinden, falls die Sonne mit einem Übeltäter zusammen steht oder zwischen Übeltätern eingezwängt ist und ein weiterer Übeltäter sich von der Sonne aus gesehen im 7. Haus befindet.

Die Unterstützung seitens des Vaters wird möglicherweise aus der Ferne stattfinden, wenn die Sonne im 7. Haus steht, während Mars sich im 10. und Rahu sich im 12. Haus befindet.

Frühzeitig und zweifellos wird sich der Tod des Vaters ereignen, falls Mars im 10. Haus im Zeichen eines Feindes steht.

Der Mond im 6., Saturn im Aszendenten und Mars im 7. Haus: Diese Anordnung der Planeten bei Geburt sichert keine lange Lebensspanne für den Vater.

Falls die Sonne von Saturn aspektiert wird und in der Widder- oder Skorpion-Navamsha steht, so wird der Vater vor der Geburt des Kindes die Familie verlassen haben oder dahingeschieden sein.

Wenn das 4., 10. und 12. Haus alle von Übeltätern besetzt sind, dann werden beide Elternteile das Kind seinem eigenen Schicksal überlassen und von Ort zu Ort umherziehen.

Der Vater wird den Geborenen bis zu dessen 23. Lebensjahr nicht sehen, falls Rahu und Jupiter zusammen stehen und sich im Aszendenten oder im 4. Haus im Zeichen eines Feindes befinden.

Die Sonne zeigt für alle Wesen den Vater an, während die Mutter vom Mond angezeigt wird. Sollte die Sonne von Übeltätern aspektiert werden oder von ihnen eingezwängt sein, so wird dies Übel für den Vater bewirken. Das gleiche gilt für den Mond in Bezug auf die Mutter.

Übeltäter im 6., 8. oder 4. Haus von der Sonne aus gerechnet bringen widrige Auswirkungen für den Vater hervor. Übeltäter in diesen Stellungen vom Mond aus gesehen sind ungünstig für die Mutter. Die Stärke oder Schwäche der Planeten in den besagten Häusern muss dabei angemessen mit einbezogen werden.

Kapitel 10: Gegenmittel für Übel

Dies sind die Übel. Nun beschreibe ich dir auch die Gegenmittel für solche Übel, die hilfreich sein werden, um das Ausmaß der unerfreulichen Auswirkungen einzuschränken.

Sollte sich einer der drei Grahas Merkur, Jupiter und Venus vom Aszendenten aus in einem Eckhaus befinden, so werden sämtliche Übel vernichtet, so wie die Sonne die Dunkelheit beseitigt.

So, wie nur eine einzige verehrungsvolle Verneigung vor Lord Shiva, dem Träger des Dreizacks, einen von allen Sünden befreit, so wird ein allein stehender, aber starker Jupiter im Aszendenten sämtliche Übel abwehren.

Der Herr des Aszendenten ist für sich allein fähig, sämtliche Übel zu beseitigen, wenn er stark in einem Eckhaus steht - gerade so wie Lord Shiva, der den Bogen in der Hand hält, die drei Städte (der Asuras) vernichtete.

Sämtliche Übel werden zerstört, wenn bei jemandem, der in der hellen Monatshälfte nachts geboren wurde, ein Wohltäter den Aszendenten aspektiert. Gleiches gilt für den Aspekt eines Übeltäters auf den Aszendenten für jemanden, der in der dunklen Monatshälfte tagsüber geboren wurde.

Die helle Monatshälfte ist die Zeit des zunehmenden Mondes, die dunkle die des abnehmenden.

Für jemanden, der mit Aszendent Waage geboren wurde, wird die Sonne im 12. Haus eine Lebensspanne von hundert Jahren verleihen.

Es wird sich für die Mutter und für den Geborenen selbst als segensreich erweisen, wenn Mars mit Jupiter zusammen steht oder von Jupiter aspektiert wird.

Obwohl Übeltäter im 4. oder 10. Haus für den Vater eine Quelle des Übels darstellen, werden sie segensreich, wenn sie von Wohltätern eingezwängt werden oder wenn Wohltäter sich in Trigonal- oder Eckhäusern befinden.

Wenn Übeltäter von Wohltätern umgeben sind, während die Eckhäuser oder Trigonalhäuser selbst von Wohltätern besetzt sind, so werden die Übel alsbald verschwinden. Nicht nur das, sondern es wird auch von den entsprechenden Häusern kein übler Einfluss ausgehen.